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Wellenreiten in Deutschland

Wellenreiten an der Nord- und Ostsee

Wellenreiten Deutschland Nordsee Ostsee

Deutschland hat eine Coastline. Nicht so lange wie im sonnigen Kalifornien, aber immerhin. Also müssten da ja auch Wellen sein, könnte man meinen. Dem ist auch so. Allerdings, das wissen auch absolute Laien, werden die Wellen dort nicht so gross und laufen nicht oft und so sauber wie in den Surferparadiesen. Warum das so ist, haben wir ja schon auf der Theorie Seite erklärt. Trotzdem kann man aber an deutschen Nord- und Ostsee Stränden Wellenreiten. Gute Bedingungen sind aber sehr rar. Einen vernünftigen Surf kann man dort nur haben, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Einen ersten Anhaltspunkt dazu gibt die Webseite Magicseaweed. Hier findet man auch die wichtigsten Surfspots. Experten benutzen noch feinere Forecastseiten, die aber schwieriger zu lesen sind.

Zum Wellenreiten in den Urlaub an Nord- oder Ostsee zu fahren macht in der Regel keinen Sinn. Gute Wellen sind dafür viel zu selten und es gibt sie mehrheitlich im Winterhalbjahr. Belohnt wird hier nur, wer Zeit in die Recherche steckt, die Möglichkeit hat jederzeit bei einem guten Swell am richtigen Ort zu sein und wer schmerzfrei bei sehr kalten Wassertemperaturen und starkem Wind ist.

Durchgängig betriebene Surfcamps oder Wellenreitschulen gibt es eigentlich nicht, Schnupperkurse für Kinder werden aber lokal angeboten. Wer das Wellenreiten lernen will, sollte also etwas tiefer in die Tasche greifen und sich eine Destination aussuchen, die konstantere und bessere Bedingungen bietet.


Wellenreiten am Fluß

Wellenreiten Deutschland Eisbach München

Während Deutschland in Bezug auf das Wellenreiten global gesehen ein absoluter Zwerg ist, schaut es in Bezug auf das Wellenreiten auf Flußwellen ganz anders aus. Beim Riversurfen ist Deutschland die Nation Nummer 1 und München gilt aus Hauptstadt des Riversurfens. Die Bekanntheit der wichtigsten Welle, dem Eisbach im englischen Garten, geht weit über Deutschland hinaus.

Im Gegensatz zu den Wellen im Meer läuft diese Welle 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Im Sommer wird oft die Nacht mit Hilfe von Flutlichstrahlern, die die Surfer mitbringen, durchgesurft. Und die Welle ist mitten in der Stadt. Genau das hat den Spot auch so bekannt gemacht. Wellenreiten mitten in der Stadt, kostenlos und rund um die Uhr - wo gibts denn sowas sonst?

Noch bekannter gemacht hat die Welle der deutsche Dokumentarfilm „Keep Surfing“ des Regisseurs Björn Richie Lob, der 2009 in den Kinos war.

Aber in München gibt es nicht nur den Eisbach. Es gibt noch weitere Wellen, die zum Teil saisonal oder nur bei bestimmten Wasserständen laufen. Eine gute Übersicht über alle Surfspots in München gibt es auf der Webseite wortwellenreiter.de

Wichtiger Tipp für alle reisende Surfer: leider gibt es in München keinen Verleih von Surfboards, da man vor allem als ungeübter Riversurfer ein Surfboard schnell an die Betonwände zwischen denen die Welle läuft setzt. Deshalb besser kurzes, breites Surfboard und einen Wetsuit (auch im Sommer) mitbringen. Hier kann man sich informieren, was für Surfboard Shapes auf dem Fluss am besten funktionieren: www.buster-surfboards.com/d/riversurfen.html


Wakesurfen - Wellenreiten hinter dem Boot

Wellenreiten Deutschland Wakesurfen

Die wohl exklusivste oder auch dekadenteste Art in Deutschland eine Welle zu reiten ist das Wakesurfen. Hierzu braucht man ein spezielles Boot, das ordentlich Power hat und das man so trimmen kann, dass es hinter sich eine Welle wirft. Die surft man dann in der selben Geschwindigkeit wie die des Bootes ab. Damit sind schier endlose Wellenritte möglich. Der Start erfolgt dabei wie beim Wakeboarden, nur dass man sich dann nach dem Start in die Welle zieht und dann - sobald man den Punkt der Welle gefunden hat der genug Druck hat - das Seil zurück ins Boot wirft.

Der Spass ist übrigens gar nicht so schwer. Wer etwas boardsportaffin ist, hat hier schnell sein Erfolgserlebnis. Das ist auch gut so. Je nachdem wo man es macht kostet eine Session je nach Länge schnell mal zwischen 50 und 100 €.


Wellenreiten auf Fährwellen

Wellenreiten Deutschland Bugwelle

Wer wirklich mal alles erlebt haben will, was Deutschland in Sachen Wellenreiten zu bieten hat, kann auch noch Fährwellen surfen. Die bekannteste ist am Strand von Warnemünde. Sie ist zwar nicht besonders gross und spektakulär, aber dafür zuverlässig und man kann sich nach ihr die Uhr stellen. Alle zwei Stunden sorgt die Skandinavien-Fähre von Morgens bis Abends für eine surfbare Welle, die gut einen Meter hoch werden kann. So eine Welle erzeugt übrigens nicht jede Fähre. Nur Fähren mit einem besonders klobrigen Unterwasserschiff verdrängen dazu genug Wasser. Deshalb sollte man sich bevor man diesen Spot besucht erkundigen, ob die Fährwelle überhaupt noch geht. Kurze Surfboards kann man übrigens zu Hause lassen. Die Fährwelle ist eher ein Longboard Spot.


Wellenreiten auf stationären Wellen

Wellenreiten Deutschland Citywave

Die Hightech Variante. Ein Ingenieurpaar aus dem Münchner Umland hat die sogenannte Citywave entwickelt. Hier wird von 6 bis 10 Pumpen, die alle die Grösse von einem altem Mini haben, so viel Wasser eine Schräge hinuntergeschossen, dass sich beim Übergang zum Becken eine Welle bildet, die sich wie eine Flußwelle surfen lässt. Auf solch einer Welle kann man besonders einfach auch als absoluter Neueinsteiger das Gefühl des Wellenreitens erleben. Die Welle kann unterschiedlich eingestellt werden und für Anfänger kann sogar eine Stange zum festhalten angebracht werden.

Seit 2017 steht eine Welle der Citywave Bauart in der Jochen Schweizer Arena in München indoor. Der Spass kosten bis zu 40 Euro für 45 Minuten Surfzeit (Gruppengrösse 6 bis 12 Personen). Wenn also im ungünstigsten Fall bei einer Gruppengrösse von 12 Surfern jeder Surfer eine Minute surft, dann hat man wahrscheinlich 4 Wellen, die Welle also für knapp 10 Euro. Mehrfach-Tickets, die nur unter der Woche einlösbar sind, sind aber deutlich erschwinglicher.